"Moment mal, die ganze Welt ist dem Untergang geweiht, wenn hier jemand Sex hat?" (The Slaughter)

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Was soll die Seite?

Beim Ansehen von B-Movies kann man sich oft besser amüsieren als mit den besten Komödien, auch wenn wir vermuten, dass dies eher selten im Sinne des Regisseurs war. Doch für die Unwissenden wollen wir erst einmal mit einer kurzen Definition beginnen. Zuerst einmal war die Bezeichnung "B-Movie" lediglich das Synonym für einen Film mit relativ geringem Budget. Dies ging allerdings logischerweise meist mit einer schlechten Umsetzung, schlechten Trickeffekten und leider oft auch schlechten Stories einher. Bei manchen Genres, etwa dem Zombiefilm, sind nahezu alle Werke B-Movies.
Eine ganze Weile haben wir uns B-Movies nur angesehen und uns dann darüber lustig gemacht. Mittlerweile hat sich im Rahmen dieses Projektes eine recht große Gruppe Interessierter zusammengefunden, die sich nicht nur treffen, um gemeinsam B-Movies zu betrachten. Nein, wir versuchen die Filme auch kritisch zu diskutieren. Das Ergebnis davon sind unsere Bewertungsbögen in denen wir in aller Kürze versuchen unsere Analyse des Films vorzustellen. Einen (sehr kurzen) geschichtlichen Abriss findet man hier.

Und ja: wer die Seite nicht sonderlich hübsch findet mag nicht unrecht haben. Es wird sporadisch dran gearbeitet, aber: Schönheit war bei diesem Projekt noch nie das Ziel.

Nachfolgend werden die neuesten 10 Einträge unseres RSS-Feeds (Was ist das?) angezeigt. Selbigen findet man auch hier.


Dienstag, den 6. November 2018 19:24:08
Review von "Unterwelt - The world beyond" online
B-Movies des Horrorgenres sind zumeist recht einfach gestrickt. Da ist das Monster, dort ist eine Gruppe von mehr oder weniger schlauen Protagonisten, die nach und nach gefressen werden. Manchmal gibt es noch einen Antagonisten, der ungewollt dem Monster in die Hände spielt. Dann kommt es zu einem wilden hin und her mit einem Monster, das aufgrund der schlechten CGI-Effekte kugelsicher ist. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Filme, die Kohärenz und Kontinuität einfach aus dem Fenster werfen und den Zuschauer auf eine Reise entführen, an deren Ende dieser selbst nicht mehr weiß, was Albtraum und Wirklichkeit, was Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft ist. Ein solcher Film ist Underworld - The World Beyond. Der Kern des Films ist nicht sonderlich spannend oder neu. Der Film zielt jedoch darauf ab, dem Zuschauer durch unerwartete Wendungen so sehr den Boden unter den Füßen wegzuziehen, dass dieser anschließend seinen eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann - ein echter Mindfuck! Dieses geschickte Spiel mit der Wahrnehmung der Zuschauer macht ihn aber durchaus sehenswert.

Mittwoch, den 3. Oktober 2018 12:37:03
Review von "Gamera 3: Revenge of Iris" online
Man möchte nicht in Japan leben. Erdbeben, Tsunamis, Nuklearkatastrophen und dann ständig dieses Monsterangriffe. Im Jahr 1999 fiel nicht nur Godzilla über den Inselstaat her, sondern auch Gamera musste sich gleich mit zwei Arten fliegender Angreifer auseinandersetzen, welche den armen Japanern zusetzten. Die Schäden an japanischen Großstädten hielten sich wie immer in gewohnten, exorbitanten Ausmaß. Das Wichtigste was man daraus lernen kann: Aktien von Versicherungen, die japanische Hochhäuser versichern, sollte man tunlichst meiden.

Mittwoch, den 15. August 2018 11:05:27
Review von "Der Tag an dem die Erde stillstand 2 - Angriff der Roboter" online
Im Jahr 2008 erschien das gleichnamige Remake des Filmklassikers "The day the earth stood still". Im selben Jahr erschien allerdings noch ein weiterer Film: "The day the earth stopped". Man erahnt natürlich bereits anhand der Titelähnlichkeiten aus welchem Hause dieser zweite Streifen stammt. The Asylum hatte die Welt mal wieder um einen weiteren Mockbuster bereichert. In Deutschland wurde der Film in der Folge als eine Art Fortsetzung verkauft. Im Grunde genommen ist der Film aber eigentlich nur das, was die meisten Asylum-Filme sind: ein billiger Abklatsch eines bekannten Blockbusters. Eine durchaus erfreuliche Unterhaltung für den Freund schlechter Filme.

Montag, den 16. Juli 2018 09:29:29
Review von "Die Brut des Bösen" online
Wir beim B-Movie-Projekt sind krude Handlungen ja gewohnt. So finden sich auch in diesem Film nicht unbedingt meisterhafte und großartige Pläne von glorreichen Superschurken. Interessant ist, dass der Film versucht eine europäische "Kopie" klassischer Hong-Kong-Prügelfilme zu sein. Und was das Niveau angeht, so ist er durchaus ebenbürtig (d.h. schlecht). Kampfchoreografien gehen in Ordnung, setzen aber auch keine Maßstäbe. Und die Handlung im Sinne von "Bösewicht will den Helden loswerden (aufgrund nicht wirklich relevanter Drogengeschäfte), dieser wehrt sich und findet später noch heraus, dass der Bösewicht seinen Meister umgebracht hat", kommt einem irgendwie bekannt vor, da sie im Prinzip aus keinen originellen Einfällen, sondern nur aus Versatzstücken besteht.
Wer sich schon immer mal gefragt hat, was sich wohl ergibt, wenn ein Schlagersänger (hier: Christian Anders, bekannt z.B. mit "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo") einen Film dreht, in dem er nicht nur Regie führt, sondern auch die Hauptrolle spielt, der findet die Antwort in diesem fragwürdigen Machwerk. Immerhin ist es eine nette - wenngleich etwas verstörende - Idee, im Titelsong von der Nutzlosigkeit der Rache zu singen (dieses Lied läuft auch während der finalen Auseinandersetzung zwischen Held und Bösewicht).

Donnerstag, den 7. Juni 2018 20:47:28
Bericht vom 9. Internationalen Trashologen Kongress
Vom 31. Mai bis zum 3. Juni 2018 tagte der 9. Internationale Trashologen Kongress in Nürnberg, besser bekannt als das B‑Movie-Festival B‑Film Basterds. Dreieinhalb Tage lange wurde hier in insgesamt 15 Einzelsitzungen der Trashfilm in all seiner Breite, all seiner Tiefe, all seiner Großartigkeit und all seiner Absurdität gewürdigt.

Mittwoch, den 6. Juni 2018 23:48:28
Review von "Der tapfere kleine Toaster" online
Wer glaubt, Küchengeräte seien nur ein Konglomerat aus Schrauben, Blech und Plastik - tote Materie eben - der wird in diesem Film eines Besseren belehrt! Ganz im Gegenteil entpuppen sich hier einige als äußerst sensibel und anhänglich.
Derartig anhänglich, dass sie keine Gefahr scheuen, keiner Beschwerlichkeit aus dem Weg gehen, um ihren alten Besitzer wieder zu finden. Eine gar knuddelige Truppe, und drollig ist es in der Tat, den stets glucksenden Toaster, den mürrischen Staubsauger und den Jammerlappen, äh, die Schmusedecke auf ihrer Odyssee durch Wald und Flur zuzusehen. Allerdings, wer dachte, Jar Jar Binks sei der Gipfel des Nervtötens, der hat sich noch nie mit seiner Schmusedecke unterhalten! Empfehlenswert ist es zwar nicht, doch bietet dieser Film die Gelegenheit zumindest Zeuge einiger derartiger Monologe zu werden...

Sonntag, den 27. Mai 2018 14:51:16
Review von "Zoombies - Der Tag der Tiere ist da" online
Zombietiere sind scheinbar gerade in Mode. Da reitet The Asylum gerne natürlich mit auf dieser Welle und dreht (manche sagen als Mockbuster auf Zombiber) Zoombies. Ein Zoo voller süßer kleiner und großer Tiere. Die bleiben nur halt nicht süß, sondern werden zu fiesen Monstern, die einem die Augen herausreißen. Was für den Besitzer der Augen zweifelsohne unerfreulich ist, vermag den Freund schlechter Filme hingegen durchaus zu erfreuen. In bewährtem Asylumstil bewusst billig gehalten metzeln sich die Affen, Löwen, Giraffen, Koalas und Papageien durch die Reihen der Menschen. Aber keine Sorge: Wenn es auf diesem Planeten eine Spezies gibt, die weiß wie man andere Spezies erfolgreich ausrottet, dann ist das immer noch der Mensch. Und die Menschen schlagen entsprechend zurück.

Sonntag, den 8. April 2018 16:50:14
Review von "The Seduction of a Nerd" online
Als es darum ging diesen Film einem Genre zuzuordnen, da stand lange im Raum statt "Komödie" einfach "Groteske" zu schreiben. Grotesk ist auf jeden so manches an diesem Film. Vieles ist bewusst grotesk überzeichnet, einiges ist an der Handlung auch einfach nur grotesk geraten (oder missraten). Es wird mit Anspielungen auf beispielsweise "Citizen Cane" und mit slapstickartigen Szenen gearbeitet und immer wieder findet sich die Hauptfigur in bizarren Visionen wieder. Es ist durchaus interessant das mal zu sehen. Sehr billig gemacht und teilweise fast an Zeichentrickfilme erinnernd, aber doch irgendwie faszinierend. Man kann jedenfalls länger darüber diskutieren (bei uns waren es über zwei Stunden).

Dienstag, den 13. Februar 2018 17:51:18
Review von "AmeriGeddon" online
Verschwörungstheorien geben ja eigentlich schöne Vorlagen ab. Das Erschreckende ist aber wenn Menschen daran glauben und das tun sie erstaunlich oft. In den meisten Filmen zu Verschwörungstheorien scheinen die Macher das selbst nicht ernst zu nehmen. Die Macher von "AmeriGeddon" nehmen die Sache todernst. Sie leben eine Phantasie von korrupten Politikern, die zusammen mit ausländischen Mächten - repräsentiert von internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen - die Freiheit der Bürger beschneiden. Eine Freiheit, die sich vor allem im Recht auf Waffenbesitz und der Ablehnung jedweder staatlicher Daseinsvorsorge ausdrückt. Wenn das nur das Weltbild einzelner Spinner wäre, dann könnte man sich über diesen Film wahrscheinlich schön amüsieren. Wenn man bedenkt wie weit solche rechten Verschwörungstheorien, nicht nur in den USA, verbreitet sind und welchen Einfluss sie gewinnen, dann ist der Film auf gewisse Weise allerdings auch etwas verstörend.

Dienstag, den 30. Januar 2018 20:53:00
Review von "Faust - Love of the Damned" online
Dem Teufel die eigene Seele verkaufen? Auf der Bücke, kurz vor dem Sprung, ohne Sinn, überall nur Verzweiflung, was hat man noch zu verlieren? Dem Teufel die eigene Seele verkaufen? Das selbstverständliche Glück, die Leichtigkeit des Lebens, im eigenen Atelier, in Zweisamkeit mit der bezaubernden Geliebten, verbrannt vom Gasbrenner ihres alten Zuhälters, für eine Hand voll Münzen, für ein Nichts, grausamst umgebracht, zusehen gemusst, ohnmächtig, jetzt: alles tot, gestorben... Dem Teufel die eigene Seele verkaufen? Um Rache nehmen zu dürfen? Dem Teufel die eigene Seele verkaufen? Nicht mehr hinnehmen zu müssen, des Schmerzes der Geliebten wegen? Alles andere - bedeutungslos, nichtig - ein lockendes Angebot! Viele Fragen wirft dieser Film auf - Fragen, die seit Jahrhunderten immer wieder Menschen fesseln: Dem Teufel die eigene Seele verkaufen? welche Antwort gibt der Film? Gibt der Film eine Antwort? Kann ein Film Antwort geben? Dem Teufel die eigene Seele verkaufen? Was ist die Frage? Der Film fragt, kompromisslos radikal, ein Albtraum einer Orgie zwischen Sex und Blutrausch, eine Ode verstörenden Wahns. Dem Teufel die eigene Seele verkaufen? Verstörend in der Antwort?

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