"Wir wollen gnädig mit dir sein und machens von hinten!" (Daniel, der Zauberer)

B-Moviebewertung





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Name: Walhalla RisingLand: Dänemark, UK
Originaltitel: Valhalla RisingJahr: 2009FSK: 16
Genre: Kunstfilm


hochniedrig
Unterhaltungswert:
Pornofaktor:
Gewaltdarstellung:
Gewaltverherrlichung:
Niveau:
Sexismus:
Professionalität:
Realismus:
 
 
 
Qualität vor Quantität
 
 
Knäuel nackter Sklavinnen
 
 



Handlung:
In Skandinavien in der Übergangszeit vom Heiden- zum Christentum fristet ein Mann sein Dasein in einem zugigen Käfig. Hin und wieder holen ihn seine Bewacher heraus um ihn auf Leben und Tod kämpfen zu lassen. Alle Kämpfe übersteht er dank seiner überragenden Fähigkeiten. Abgesehen davon ist sein einziger Kontakt der Junge, der ihm stets wortlos Nahrung bringt. Eines Tages gelingt es ihm jedoch auf einem Marsch eine Pfeilspitze an sich zu bringen. Damit tötet er seine Peiniger auf grausame Art und Weise, jedoch ohne sichtliche Gemütsregung. In der gottverlassenen Gegend machen sich er und der verschonte Junge auf die Suche nach Siedlungen. Sie treffen auf eine Gruppe plündernder Kämpfer, die vorgeben die Heiden zu bekämpfen. Auf das Angebot mit ihnen auf einen Kreuzzug nach Jerusalem zu gehen geht er zögernd ein. Bald treibt die Horde orientierungslos auf hoher See. Hunger und Durst zehren an den Nerven. Als sie schließlich darangehen, den Jungen umzubringen, um ihn zu verspeisen, rettet er dem Jungen das Leben. Kurz darauf stellen sie fest, dass die See nicht mehr salzig ist und sie im Nebel offenbar in eine Flussmündung eingefahren sind. Dem enthusiastischen Anlanden folgt allerdings schon bald Ernüchterung. Die Gegend ist zwar pflanzenreich, aber völlig verödet. Bald breiten sich Apathie, Trostlosigkeit, Verzweiflung und Wahn aus. Zu allem Überfluss beginnen auftauchende Ureinwöhner aus dem Verborgenen heraus die Ankömmlinge mit Pfeil und Bögen zu attackieren und dezimieren die Gruppe weiter und weiter. Ohne Hoffnung das lecke Boot wieder flott zu bekommen macht sich der verbleibende Rest der Gruppe auf ins Landesinnere. Alle gehen zu Grunde.

Auffällige Fehler (technisch):
Dem Publikum ist nichts aufgefallen.

Auffällige Fehler (inhaltlich-logisch):
Indianerpfeile treffen stets; Nach Stranden keinerlei Versuche Boot wieder flott zu machen.

Auffällige Fehler ("wissenschaftlich", z.B.: historisch, physikalisch, usw.):
Dem Publikum ist nichts aufgefallen.

Was für ein Bild vermittelt der Film?
Das Leben ist härter und du wirst verlieren.

Bemerkungen:
Film ist in "Akte" unterteilt; bizarre, minimalistische, kontrastreiche, kalte Farben und Optik; Falschfarben; insgesamt sehr karge Inszenierung; es wird kaum gesprochen, wenig gehandelt, vieles wird nur durch wenige Anspielungen, einige Worte, wenige Wortfetzen angedeutet; Hauptcharakter spricht im gesamten Film nicht ein Wort, teilt sich lediglich mit über ein Kind, welches vorgibt seine Gedanken lesen zu können

Text des News-Eintrags:
Irgendwo im gottverlassenen Skandinavien, auf einem zugigen Bergrücken und bedeckt mit Schneeschlamm befinden sich enge Käfige aus Holzstangen, zwischen ihnen, unbeweglich und unbewegt, Bewacher. In den Käfigen - Gefangene, einer davon, Eisen um den nackten Oberkörper, mit Ketten festgezurrt. Mit starrem Blick, wie alle Männer, wortlos starrend. Ein Junge schlurft heran, einen Eimer schmutziger, dünner Flüssigkeit, schlurft, schlurft zum Käfig, schöpft eine Kelle hinein, schluft zum nächsten, dann zum übernächsten, verschwindet wieder. Gespräch ist nicht notwendig, fast schon gefürchtet, die Bewacher schlafen nicht, rühren sich nicht. Dann gerät der Kamm in Bewegung, an seinen Ketten ziehen sie den Gefangenen aus seinem Käfig, ketten ihn an einen Pflock. Ein weiterer Mann wird zu ihm gestoßen. Beiden ist klar: einer bleibt hier auf dem Boden. Und der Gekettete fackelt nicht lange. Kühl, präzise und kraftvoll erschlägt er seinen Gegner, schnell, ohne Furcht, ohne Hass, ohne Begeisterung, ein Meister seiner Zunft, ein Meister der sein Handwerk versteht. Jahrelange Übung raubte die Begeisterung. Zum Dank, zurück in den Käfig, zurück in die Eisen, in das Eis des Windes, auf dem Kamm. Und wieder Apathie. Dünnsuppe, stieres Starren, schneidender Wind. Nervenzehrend - auch für den Betrachter, und insofern eine letzte Warnung vor dem, was noch folgt. Völliger Zerfall, in blutig-grauenhaft schöne Bilder gegossen ist für jeden Betrachter eine Herausforderung. Diese kompromisslose Zurschaustellung einer Realität als wüst, öde, verlassen, menschenverachtend (unsere Realität?) wird niemanden unterhalten, viele abstoßen, einige zum Nachdenken anregen...