"Ich will den Vogel nicht vögeln, sondern futtern!" (Santa's Slay)

B-Moviebewertung





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Name: BigfootLand: USA
Originaltitel: BigfootJahr: 2012FSK: 16
Genre: Tierhorror


hochniedrig
Unterhaltungswert:
Pornofaktor:
Gewaltdarstellung:
Gewaltverherrlichung:
Niveau:
Sexismus:
Professionalität:
Realismus:
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Handlung:
Für ein 80er-Jahre Rockmusikfestival wird Wald in South Dakota abgeholzt. Veranstalter und Bürgermeister sind sehr für das Projekt, doch zwei Interessensgruppen vertreten diesbezüglich andere Ansichten. Da ist zum einen eine Gruppe von Umweltschützern, um den ehemaligen Sänger Simon, der sich mit seinen Anhängern gerne mal an die Baumaschinen ankettet. Zum anderen ist da Bigfoot, der ganz in der Nähe im Wald lebt und seine Ruhe schätzt. Rodungsarbeiten und Open-Air-Konzerte sind hingegen nicht ganz nach seinem Geschmack. Infolgedessen greift er - ähnlich wie die Umweltschützer - zur direkten Aktion, um seinen Standpunkt zum Ausdruck zu bringen. Er nimmt sich ein paar Waldarbeiter vor, was denen nicht sonderlich gut bekommt. Insgesamt ist Bigfoot aber sehr wählerisch. So isst er in der Regel nur die Köpfe der Menschen und auf die meisten tritt er sogar einfach nur drauf oder kickt sie weg. Da die Gier nach Rockmusik (oder Profit; die Grenzen sind fließend) nun mal grenzenlos ist, wird das Festival selbstverständlich trotzdem veranstaltet. Erwartungsgemäß bewährt sich diese Vorgehensweise nicht und von den bestimmt fünfzig Besuchern auf dem Riesenfestival sind anschließend doch einige Kopflos oder zertreten (unter anderem auch Alice Cooper). In der Stadt bilden sich nun zwei Gruppen. Die Mehrheit will Bigfoot tot sehen. Insbesondere Harley, der Konzertveranstalter, will Bigfoot erlegen, um mit seinem Körper einen Freizeitpark zu bauen. Die Gruppe, um den fanatischen Umweltschützer Simon will Bigfoot hingegen fangen, schützen und seine Art so vor dem Aussterben bewahren. So entbrennt ein Wettrennen zwischen den beiden Kontrahenten, die schon vor fünfundzwanzig Jahren zusammen Musik gemacht haben. Großwildjäger, Nationalgarde, Hubschrauber Rednecks und Umweltschützer. Alle scheitern sie daran das Monster zur Strecke zu bringen. So bleibt nur noch eine Option: Ein Geschwader Kampfjets mit vielen Raketen, die man auf Mount Rushmore abfeuert.

Auffällige Fehler (technisch):
Die Animationen sind wirklich mehr als mäßig. Dem Monster sieht man deutlich an, dass es aus dem Computer kommt und auch sonst wurde bei der Animation gespart. Wird jemandem der Kopf abgebissen, so klafft dort einfach ein schwarzes Loch. Das liegt aber sicher nicht daran, dass man kein Blut zeigen wollte, denn an anderen Stellen kommt das durchaus. Auch sind die Flugbahnen von Fahrzeugen, die Bigfoot wirft oder Hubschrauber, die von selbigen getroffen werden, unter völliger Missachtung der Realität animiert. Selbst bei der Größe des Monsters hat man sich nicht mal die Mühe gegeben, diese einheitlich zu machen. Je nach Szene sind die Größenverhältnisse zwischen Monster und Umgebung sehr unterschiedlich.

Auffällige Fehler (inhaltlich-logisch):
Bigfoot läuft hinter einem Auto her und dieses hat - wenn es hoch kommt - vielleicht zehn, fünfzehn Sekunden Vorsprung. Als es einen Panzer erreicht bleibt es stehen und die Insassen diskutieren bestimmt eine Minute, bevor das Monster endlich da ist.

Auffällige Fehler ("wissenschaftlich", z.B.: historisch, physikalisch, usw.):
Bigfoot ist ein großer Affe. Selbst wenn er groß ist und eine feste Haut besitzt: Die Ladungen an Blei, die er abkriegt, könnten ihn nicht einfach so kalt lassen, wie es hier geschieht.

Was für ein Bild vermittelt der Film?
Simon ist ein wirklich fanatischer Umweltschützer, der auch nicht davor zurückschreckt seine Leute auf offensichtliche Himmelfahrtskommandos zum Schutz eines großen, haarigen Tieres zu schicken. Ob die Macher die Absicht hatten Umweltschützer allgemein lächerlich zu machen und zu diskreditieren, ist eher Spekulation. Der Film beginnt aber schon damit, dass jemand sich darüber lustig macht, dass es im späten Frühling noch schneit und diejenigen, die an die globale Erwärmung glauben das wohl kaum erklären können. Insofern wird hier schon ein Bild vermittelt, dass Umweltschutz und Umweltschützer zumindest doch etwas fragwürdige Dinge sind.

Bemerkungen:
In "Abominable" erfahren wir vom Monsterexperten, dass das dortige Monster fieser sei als Bigfoot. Bisher fehlte uns aber der Vergleich, da wir nicht wussten wie fies eigentlich Bigfoot ist. Jetzt wissen wir endlich Bescheid: Er ist ziemlich fies. Lustig ist auch, wie ein Amerikaner, wenn er in der deutschen Synchronisation englisch spricht, dies mit deutschen Akzent tut. Richtig billig ist auch das Rockfestival gemacht. An einer Stelle im Film ist von 5000 Besuchern die Rede. Angeheuert hat man aber vielleicht 50 Statisten, die so gefilmt werden, dass sie eine große Menschenmenge simulieren, was aber ziemlich kläglich scheitert. Erinnert ein wenig an das Beachfestival aus "Sand Shark".

Zitate:
Frage an die Polizisten: "Warum könnt ihr nicht hingehen und sie zusammenschlagen oder verhaften?"
"Woher haben sie es?" - "Von einem Kumpel aus Seattle. Er arbeitet an einer Studie über Bigfoot und ähnliche Spezies."
"Ich brauche einen kleinen Vorschuss." - "Ich könnte bis morgen den Pensionsfond der Feuerwehr ranschaffen. Die merken nichts. Die meisten sind Freiwillige."
"Was stinkt hier so?" - "Das ist nur sein Fressen."


Text des News-Eintrags:
Bigfoot scheint kein Freund von Rockmusik zu sein. Jedenfalls reagiert er nicht gerade positiv auf ein Rockfestival in seiner Nachbarschaft. Die Folgen davon sind wenig erfreulich für die Besucher der besagten Musikveranstaltung, denn sie werden in schlechten Animationen vom großen Affen aus dem Gelände gekickt. Zwar kein Mockbuster, aber trotzdem mal wieder eine klassische The Asylum Produktion. Mit recht billiger Animation wird ein Monster auf eine eher überschaubare Zahl an Statisten gehetzt. Das Ganze wird mit einer wenig innovativen Handlung und dem Gastauftritt eines bekannten Stars (hier: Alice Cooper) garniert. Fertig ist der Trashfilm, den man trotzdem noch einigermaßen vermarkten kann. Wer billigen Tierhorror mag, der wird Bigfoot durchaus zu schätzen wissen. Wer diesem Genre eher indifferent gegenübersteht, der wird Bigfoot wohl ebenso gegenüber stehen.